Abwechslung, Teamgeist und Verantwortung: Die Hauswirtschaft im Haus Tabea
05.01.2026
Im Haus Tabea arbeiten Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen und bringen jeden Tag ihre Stärken ein. Jasmina Rainoldi ist eine von ihnen. Seit 2018 sorgt sie in der Wäscherei und Reinigung dafür, dass Bewohnende sich wohlfühlen und die Abläufe rund laufen. Wie sie ihren Alltag erlebt, wo sie Teamgeist spürt und wie es dazu kam, dass sie eine Weiterbildung beginnt, erzählt sie in diesem Porträt.
Ein Arbeitsalltag voller Abwechslung
Jasmina Rainoldi ist 31 Jahre alt, lebt in der Stadt Zürich und arbeitet seit Mai 2018 im Haus Tabea. Nach ihrer Lehre als Fachfrau Hauswirtschaft und einer Familienpause mit zwei Kindern stieg sie mit einem 50-%-Pensum wieder in den Beruf ein und fand zu Tabea. Was sie an ihrer Aufgabe besonders schätzt, ist die Vielfalt. «Kein Tag ist gleich und jede Etage hat andere Aufgaben – das gefällt mir.» Heute arbeitet sie sowohl in der Wäscherei als auch in der Reinigung. In der täglichen Zimmerreinigung ist sie meist allein unterwegs, doch gerade das mag sie: eigenständig arbeiten und gleichzeitig immer wieder Kontakt mit Menschen haben.
Zwischen eigenverantwortlicher Arbeit und Teamspirit
Auch wenn sie viele Aufgaben alleine erledigt, ist Jasmina selten ganz für sich. In der Wäscherei arbeitet sie oft im Duo, und als Springerin ist sie in verschiedenen Bereichen unterwegs. Gibt es Situationen, in denen sie Unterstützung besonders gespürt hat? Ja, zum Beispiel wenn jemand kurzfristig ausfällt oder früher nach Hause gehen muss. Diese Situationen werden solidarisch gelöst. Zwei Pool-Mitarbeitende ergänzen das Team zuverlässig. Und umgekehrt hilft sie selbst oft aus – etwa wenn die Pflege spontan Frotteewäsche benötigt. Solche Momente sind ein Beispiel dafür, was Mitarbeitende im Haus Tabea immer wieder positiv erwähnen: die gelebte Teamkultur.
Vielfalt im Team und im Miteinander
Im Haus Tabea arbeiten Menschen aus über 30 Ländern. Jasmina erlebt diese Vielfalt im Alltag – auch wenn man sie nicht immer auf den ersten Blick spürt. Sprachbarrieren gibt es ab und zu, doch der gegenseitige Respekt prägt das Miteinander. «Wir organisieren zum Beispiel religiöse Feiertage immer mit Rücksicht auf jene, die sie feiern, und gewähren ihnen jeweils den freien Tag, während alle anderen das Haus instandhalten.» Dass Teamarbeit gerade in der Hauswirtschaft zentral ist, zeigt sich besonders dann, wenn Aufgaben zu zweit erledigt werden müssen: Grundreinigungen, Fenster reinigen, Vorhänge abnehmen und waschen oder die Wäscheverteilung. «In solchen Momenten spürt man den Zusammenhalt. Es ist selbstverständlich, dass man sich gegenseitig aushilft.»
Gemeinsame Pausen – mit Selbstgebackenem von Jasmina
Besonders schätzt Jasmina den Austausch in den Pausen. Die Mitarbeitenden des Hauswirtschaftsteams sind über den Tag verteilt unterwegs, doch am Mittagstisch treffen alle aufeinander. «Am Mittag hat unser Team eine halbe Stunde Pause. Das regelmässige Zusammenkommen tut gut, besonders, weil ich nur zwei Tage unter der Woche da bin.» Morgens, mittags und nachmittags gibt es fixe Pausenzeiten. Oft bringt Jasmina etwas Selbstgebackenes mit. «Es ist natürlich kein Muss», sagt sie, «aber ich liebe es einfach, meine Kolleginnen ein bisschen zu verwöhnen.»
Viel Wertschätzung durch die Bewohnenden
In der Reinigung hat Jasmina viel direkten Kontakt mit den Bewohnenden. «Die grosse Dankbarkeit der Bewohnenden empfinde ich als sehr motivierend. Man merkt, dass die eigene Arbeit wichtig ist.» Manche Bewohnende suchen das Gespräch, andere eher die Ruhe – Jasmina passt sich an. Der Kontakt ist stets respektvoll, per Sie, mit professioneller Distanz. Und dennoch berührt es sie, wenn sie hört, dass eine Bewohnerin oder ein Bewohner verstorben ist. Als Springerin kennt sie nicht alle Bewohnenden gleich gut, doch die 31-Jährige ist froh über die Möglichkeit, mit dem Seelsorger sprechen zu können – er ist nämlich nicht nur für die Bewohnenden, sondern auch für die Mitarbeitenden da.
Weiterkommen: Jasmina plant den nächsten Karriereschritt
Das Haus Tabea fördert Weiterbildungen aktiv. Bei einem Mitarbeitergespräch wurde Jasmina gefragt, ob sie eine weitere Aus- oder Weiterbildung in Betracht ziehen würde. Diese Frage liess sie nicht mehr los – und sie begann sich zu überlegen, welche Möglichkeiten sie für ihre berufliche Zukunft sieht. Deshalb plant sie jetzt, in zwei Jahren die Weiterbildung zur Leitung Hauswirtschaft zu beginnen. «Ich freue mich sehr auf die Herausforderung und bin dankbar für die Unterstützung, die ich für meinen persönlichen Karriereschritt benötige.»
Ein Team, das zusammenhält
Für Jasmina ist es die Mischung aus Eigenständigkeit und Zusammenhalt im Team, die ihre Arbeit besonders macht. Und ihre Erfahrungen zeigen, wie zentral der Teamgeist in der Hauswirtschaft ist. Ob bei Grundreinigungen, beim Wäscheverteilen oder in Situationen, in denen kurzfristig Unterstützung gebraucht wird: Das Miteinander trägt den Arbeitsalltag. Im Haus Tabea bekommt man immer Unterstützung – sei es im Berufsalltag oder in Hinblick auf die berufliche Zukunft.