Ein Tag im Leben von…
17.06.2026
Mit ihrer Tätigkeit im Haus Tabea kann sie Familienleben und Beruf unter einen Hut bringen und dazu auch noch ihre Kreativität und Kontaktfreude ausleben. In unserer Artikelserie begleiten wir heute
Mirjam, Mitarbeiterin Aktivierung
Ich wohne im Zürcher Unterland und pendle für mein 40 %-Pensum im Haus Tabea an zwei Tagen pro Woche mit dem öV nach Horgen. An meinen Arbeitstagen muss ich um 6.30 Uhr aus dem Haus. Meine beiden Söhne im Vorschulalter werden dann vom Grossmami betreut. Ich darf sie immer schon am Vorabend zu ihr bringen, wofür ich sehr dankbar bin.
Die Kunst Familien- und Berufsalltag zu kombinieren
Früher war ich in einer Altersinstitution in Zürich tätig, wo mir erlaubt wurde, meine Söhne zur Arbeit mitzubringen, solange sie noch Säuglinge waren. Für mich war das in vielerlei Hinsicht eine ganz wunderbare Zeit, denn so konnte ich meine Ausbildung zur Fachperson in aktivierender Betreuung und das Muttersein kombinieren. Ein schöner Nebeneffekt war auch, dass ich mit meinem Baby auf dem Schoss oder im Arm ganz leicht mit Seniorinnen und Senioren in Kontakt kam, die sonst eher verschlossen waren. Heute sind meine Söhne Nino und Kimo 5 und 2 ½ Jahre alt und sind während meinen Arbeitstagen bei ihrem Grosi besser aufgehoben als bei mir. Weil ich ja nur an zwei Tagen pro Woche im Haus Tabea bin, ist die morgendliche Teamsitzung sehr wichtig für mich. Hier bringen mich meine Kolleginnen von der Aktivierung auf den neusten Stand über alles, das ich für mein Tagesprogramm oder über unsere Bewohnenden wissen muss. Danach geht’s ans Vorbereiten der Aktivität, die ich am jeweiligen Tag betreue; am Freitagvormittag ist es zum Beispiel das «Singen für alle».
Angeborene Menschenliebe
Das «Singen für alle» betreuen wir zu zweit, da der Teilnehmerkreis stetig wächst und mittlerweile um die 20 Bewohnende mitmachen. Singen im Alter wirkt sich positiv aus auf Atemmuskulatur und Herz, hebt die Stimmung und fördert das Gemeinschaftsgefühl. Das Wichtigste für mich ist aber, die Freude in den Gesichtern der Teilnehmenden zu sehen. Das ist immer wieder eine riesige Motivation für mich und einer der Gründe, weshalb ich diesen Beruf auf dem zweiten Bildungsweg gewählt habe. Ursprünglich habe ich nämlich Floristin gelernt und zehn Jahre in der Migros gearbeitet, zuletzt als Fachleiterin Blumen & Kundendienst in verschiedenen Filialen. In dieser Funktion konnte ich sowohl meine Kontaktfreude als auch meine Kreativität ausleben. Das kann ich natürlich auch bei meiner heutigen Tätigkeit, vor allem bei Angeboten wie dem Keramikatelier oder dem Lotto. Regelmässig betreue ich auch die Bewegungseinheit für unsere Bewohnenden in der Demenzabteilung. Im Umgang mit diesen Menschen braucht’s viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Dabei ist sicher auch sehr hilfreich, dass ich grundsätzlich einfach Menschen mag.
Auch Administratives gehört dazu
Obwohl die einzelnen Aktivierungsangebote für die Bewohnenden meist nur eine Stunde dauern, sind meine Arbeitstage mit den praktischen Vorbereitungen, dem Aufräumen und administrativen Aufgaben prall gefüllt. Dazu gehört z.B. auch das Erfassen der Aktivitäten der einzelnen Bewohnenden in deren Pflegedossiers. Nach einem Tag voller Begegnungen und Austausch mit unseren Bewohnenden, fällt die Büroarbeit am späteren Nachmittag nicht immer leicht. Geruhsame Feierabende sind bei mir auch selten. Wenn ich zu Hause ankomme, werde ich nämlich von meinen Söhnen stürmisch begrüsst. Mein Mann holt sie zuvor immer schon bei den Grosseltern ab. Der Familienalltag hält mich dann auf Trab, bis ich – glücklich aber müde – ins Bett sinke. Entspannung erlebe ich, wenn abends noch etwas Zeit bleibt zum Häkeln.