Ein Tag im Leben von…

16.09.2026

Sie übt einen Job aus, den wohl die wenigsten mit einem Alterszentrum in Verbindung bringen würden. Seit über zwei Jahren sorgt sie dafür, dass das Haus Tabea auch in der Welt von Instagram, Facebook und Co. Beachtung findet. In unserer Artikelserie begleiten wir heute

Nina, Social Media & Content Managerin

Ich bin in Horgen aufgewachsen und lebe seit ein paar Monaten auch wieder hier. Mein Wohnort im Quartier Tannenbach liegt erhöht über dem Dorfzentrum. Mit dem Velo schaffe ich es in vier Minuten ins Haus Tabea. Mein E-Bike sorgt dafür, dass auch der Heimweg locker bleibt.

In regem Austausch mit den Followern

Meine Arbeitstage, die ich im Rahmen meines 70 %-Pensums im Haus Tabea verbringe, beginnen immer gleich. Ich sehe die Reaktionen durch, die unsere Beiträge in den Sozialen Medien ausgelöst haben. Das mache ich mit dem Diensthandy an meinem Arbeitsplatz im Grossraumbüro. Mitarbeitende, die mich bei dieser Tätigkeit beobachten, vermuten manchmal zu Unrecht, ich «hänge» zum persönlichen Zeitvertreib am Handy. Dem ist allerdings nicht so. Die Interaktion mit den Followern unserer Social Media-Plattformen ist ein bedeutender Anteil meines Jobs. Natürlich freue ich mich über Likes, aber bedeutsamer sind Fragen und sogar Kritik. Denn sobald der Algorithmus bemerkt, dass ein Beitrag eine Diskussion auslöst, «pusht» er den Beitrag, was unsere Bekanntheit fördert. So kann eine Kritik sogar eine positive Wirkung entfalten. Meine Aufgabe ist es, auf Fragen und Kritik rasch zu reagieren. Damit zeigen wir, dass wir unsere Community ernst nehmen.

Durchdachte Planung bis ins Detail

Während dem grössten Teil meines Arbeitspensum widme ich mich der Planung und Realisation unserer Social Media-Beiträge. Das Haus Tabea betreibt auf Instagram, Facebook, LinkedIn und TikTok insgesamt acht Kanäle bzw. Accounts. Sie wenden sich an potentielle neue und aktuelle Mitarbeitende, an Kaderpersonen aus verwandten Betrieben, an die Angehörigen unserer Bewohnenden und weitere Interessierte. Es geht einerseits um Imagepflege, andererseits um gezielte Mitarbeitergewinnung auf allen Anstellungsstufen. Die Beiträge gestalte ich je nach Zielgruppe anders. Von den ersten Planungen bis zur Veröffentlichung eines neuen Beitrags vergehen etwa zwei Monate. In dieser Zeit bestimme ich das Thema, überlege mir passende Orte und Szenen, erstelle einen Drehplan und entwickle mit den mitwirkenden Personen deren Texte. Dann endlich können die Dreharbeiten losgehen. An einem Vormittag entstehen rund zwei Stunden Filmmaterial und daraus gestalte ich zwischen vier und zehn Videobeiträge mit einer Dauer von 10 bis 90 Sekunden. Das Schneiden, Vertonen und Einfügen von Untertiteln bei den diversen Videos beansprucht nochmals rund eine Woche. Anschliessend hole ich bei allen involvierten Personen und den vorgesetzten Stellen das Okay ein. Zuletzt definiere ich die Kriterien für die Veröffentlichung. Datum und Zeit werden immer von mir festgelegt. Meist gehen unsere Beiträge in den Abendstunden zwischen 19 und 22 Uhr online, da unsere Follower dann am aktivsten sind. Bei Beiträgen, die als bezahlte Werbung veröffentlicht werden, kann ich sogar festlegen, welche Altersgruppe in welchem geografischen Umkreis einen gewissen Beitrag erhalten soll.

Nur selten richtig Feierabend

Das technische Know-how für meinen Job habe ich in der Ausbildung zur Mediamatikerin EFZ erworben. In meinem ursprünglich erlernten Beruf als Fachfrau Betreuung in einer Kita habe ich mir ausserdem Kreativität und gute Beobachtung angeeignet, was mir nun auch im Social Media-Bereich zu Gute kommt. Zusätzlich zum Social Media-Auftritt kümmere ich mich im Haus Tabea auch um alle Grafikarbeiten, die für Broschüren, Flyer und andere Drucksachen anfallen. Weil es in der virtuellen Welt bekanntlich keinen Feierabend gibt, ist auch für mich längst nicht Feierabend, wenn ich auf meinem E-Bike heimwärts radle. Um spannende und vor allem überraschende Themen für meine Video-Beiträge zu finden, reichen Einfallsreichtum und Kreativität allein eben nicht. Ich muss stets «am Ball bleiben» und bewege mich deshalb auch in der Freizeit häufig in den Sozialen Medien. Denn von irgendwoher müssen die guten Ideen ja kommen. Aber auch in Gesprächen mit anderen Mitarbeitenden oder im Privaten schnappe ich manchmal Themen auf, die ich weiterverarbeiten kann. Ein Beispiel: Pflegefachpersonen haben scheinbar nie einen Kugelschreiber zur Hand, wenn sie einen bräuchten. Diesem «Problem» werde ich nächstens mal ein Video widmen. Doch auch bei mir gibt es tatsächlich Zeiten, in denen ich das Handy ganz weglege. Nämlich dann, wenn ich mit meinem Gleitschirm durch die Lüfte fliege oder mich um meine beiden «Haustiere» kümmere. Ich bin nämlich seit bald zehn Jahren stolze Besitzerin von zwei Eseln.